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Reto Suhner Quartet
„Easy"


Freiheit - Verantwortung - Vertrauen
Easy? Wie man’s nimmt! Auf Easy-Listening-Jazz ist Reto Suhner definitiv nicht umgeschwenkt! Aber es gibt lange Passagen auf dem neuen Album seines Quartetts, die enorm leichtfüssig daherkommen und wo man als enthusiasmierter Zuhörer das Gefühl hat, die Band würde gleichzeitig am Boden grooven und über den Wolken schweben. Easy? Wie man’s nimmt! Das agile, hellwache, aber alles andere als stromlinienförmige Zusammenspiel dieser seit einem halben Jahrzehnt bestehenden Band ist das Resultat eines von Reto Suhner bewusst geförderten Prozesses, bei dem zwei Ziele verfolgt werden. Zum einen wird eine fleixible Gruppendynamik mit ganz unterschiedlichen Möglichkeiten für spontane Interaktion angestrebt. Zum anderen werden Komposition und Improvisation nicht streng voneinander getrennt, sondern einander angeglichen - z.B. durch freie Fenster innerhalb eines Stücks oder durch «Instant Composing». Suhner sagt: «Die Idee des Moments oder auch des Zufalls spielt eine grosse Rolle.» Easy? Wie man’s nimmt! Hier sind mit Suhner (Saxofon), Philip Henzi (Tasten), Silvan Jeger (Bass) und Dominic Egli (Schlagzeug) vier Musiker am Werk, die sich durch das grosse Paradox des Jazz nicht beirren, sondern beflügeln lassen: Jazz kommt dann der Perfektion am nähesten, wenn er nicht nach Perfektion strebt, sondern Fehler zulässt und kreativ mit diesen umzugehen versteht. Wobei die Frage erlaubt sein muss, ob es im Jazz überhaupt Fehler gibt? Monk sagte: «Wrong is right.» Und Suhner stellt eine ganz wichtige Frage: «Wenn aber die Musik ein Abbild der Gesellschaft oder des Lebens sein soll und “gefühlte Zeit” (Steffen Schorn) transportieren kann, wie perfekt darf/soll/muss die Musik dann sein?» Suhner & Co. sind keine abgebrühten «Jazz-Manager», sondern «Jazz-Philosophen» und «Jazz-Abenteurer». Sie bilden ein Team, das grossen Wert auf individuelle Freiheit legt, in dem aber auch jeder die Verantwortung fürs Ganze übernimmt. Dieser Spagat ist nur möglich, weil jeder jedem vertrauen kann. Easy? Wie man’s nimmt! Das Quartett extemporiert auf der Grundlage von Stücken, die alle mehr oder weniger stark von 08/15-Modellen abweichen (und weil eine Studioaufnahme kein Konzert ist, gibt es auch noch ein paar Overdub-Leckerbissen). Am normalsten kommt zweifellos die Ballade «Portrait of Jennie» daher, bei der es sich um die Titelmelodie eines Hollywood- Streifens aus dem Jahre 1948 handelt und die von Suhner mit neuen Harmonien ausgestattet wurde. In seinen eigenen Stücken operiert Suhner mit ganz unterschiedlichen Kniffen. Dass «Alles» einen an Coltrane erinnernden Sog entwickelt, ist kein Zufall, handelt es sich doch um eine Kombination von «Coltrane Changes» («26-2») mit ungerader Taktart. «Second Thoughts» entstand aus einer Übung mit Moll-Tonleitern, die Suhner ansonsten kaum benutzt: Indem er seine Hörgewohnheiten herausfordert, findet er zu unverbrauchten Lösungen. In «Illusion: Colour» wird ein Puls in unterschiedliche Taktarten zergliedert. Wichtiger als die Funktionsweise von Stücken zu erklären, ist allerdings die Feststellung, dass man gar nicht genau zu wissen braucht, was hier vor sich geht, um mitzubekommen, dass hier auf unorthodoxe und doch organische Weise musiziert wird. Wer die Jazztradition liebt, aber auch überrascht werden möchte, ist bei dieser Gruppe an der richtigen Adresse: Sie bewegt sich vorwärts, vergisst dabei aber nicht, ab und zu in den Rückspiegel zu schauen. PS: Reto Suhner liest auch gerne Bücher. Die Titel «Die Schlafende Acht» und «Das Menschliche Moment» hat er aus Büchern des Schweizer Schriftstellers Hans Boesch (1926-2003) entliehen. Mit den Romanen «Der Sog», «Der Bann», «Der Kreis» und «Schweben» schuf Boesch eine grosse Roman-Tetralogie.
Reto Suhner (reeds & voice) Der 1974 geborene Reto Suhner absolvierte die Jazz-Berufsschule bei Carlo Schöb, Marcel Schefer und Lester Menezes. Hinzu kamen Workshops und Privatunterricht bei Jerry Bergonzi, Art Lande, Tom Kirkpatrick, Julio Barreto, Vic Juris, Dick Oatts, Billy Drewes, Rich Perry und Bob Mover. 1998 und 2007 erhielt Reto den Appenzell Ausserrhoder Kulturförderpreis. Konzerte u.a. mit dem Zurich Jazz Orchestra, Lauer Large, Swiss Jazz Orchestra, Max Frankl Quartet, Herbie Kopf, Martin Streule Jazz Orchestra, Mats-Up, Manuel Mengis Gruppe 6, Fabian M. Müller und Béatrice Graf.
Philip Henzi (piano) Philip Henzi wurde 1977 in Bern geboren. Mit neun Jahren beginnt er mit klassischem Klavierunterricht. Nach abgeschlossenem Lehrerseminar studierte er an der Swiss Jazz School in Bern Klavier bei Günther Kühlwein und William Evans. Komposition und Arrangement studierte er bei Bert Joris, Frank Sikora, Klaus Wagenleiter, Klaus König und Christian Henking. Kurz nach seinem Studium wurde er als Klavierlehrer an der Swiss Jazz School engagiert. Als Arrangeur war er u.a. tätig für das Symphonische Orchester Zürich, Patent Ochsner & Berner Symphonieorchester, Sina, Swiss Army Big Band, Kompositionsauftrag für das SJO & Camerata Bern. Er spielt und schreibt für das Swiss Jazz Orchestra, wo er die musikalische Leitung mitgestaltet. Er spielt/spielte u.a. mit Andy Scherrer, Bert Joris, Till Grünewald, Adrian Mears, Funky Brotherhood, Kaspar Ewalds Exorbitantem Kabinett.
 Silvan Jeger (bass) Geboren am 4. März 1985 in Olten, Schulen ebendort, Cellounterricht. Von 2005 bis 2010 Bachelor- und Masterstudium des Jazz- Kontrabasses an der Zürcher Hochschule der Künste. Singt auch und spielt Cello sowie diverse Gitarren. Stilistisch verteilt sich die Tätigkeit dabei auf einen breiten Horizont von Jazz und freier Improvisation über „Folklore Imaginaire“ und Country bis Electropop, Postrock und Noise.
Dominic Egli (drums) Der 1976 geborene Schlagzeuger Dominic Egli begann im Alter von zehn Jahren zu trommeln. Ausgebildet an der Jazzschule Bern (bei Billy Brooks) und weitergebildet am Drummers Collective New York, vom Meisterbassisten Peter Frei und bei Trommelgruppen in Ghana, ist er Co-Leader des Miniatur Orchesters und Mitglied von zahlreichen Bands, darunter MatsUp, Oli Kuster Kombo, Odem etc. Der Preisträger vom „Förderpreis Generations 98“ und dem „Contemporary Patterns Contest Bern 01“ und zweimal Zweitplatzierte am ZKB-Jazzpreis Zürich spielte Konzerte im In- und Ausland u.a. mit Andy Scherrer, Domenic Landolf, Franco Ambrosetti, Malcolm Braff, Robi Lakatos, Matthieu Michel, Gregoire Maret, Antonio Farao, Rich Perry, Don Friedman etc. und ist auf inzwischen rund 30 CDs dokumentiert.  

 

Reto Suhner Quartet
„Easy“

ANUK Label ANUK 0020
Vertrieb: CD Baby, Cede.ch, iTunes etc.

Reto Suhner (reeds & voice)
Philip Henzi (piano)
Silvan Jeger (bass)
Dominic Egli (drums)

 

Veröffentlichung:
März 2016

[Info als PDF] -1 MB

Cover in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität
Bandfoto in hoher Qualität

 
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